Archiv der Kategorie 'German'

Traffic soll auf Viren überwacht werden

Anstatt die Leute besser aufzuklären und ihnen beizubringen, dass man eben nicht auf jeden E-Mail-Anhang klicken sowie OS und (bei Windows) Anti-Viren Programm (automatisch) updaten lassen sollte, hat man nun eine viel schlechtere Lösung gefunden: Einfach den ganzen Traffic auf Botnetzaktivitäten überwachen.

Probleme dabei im Vergleich zu einem (Windows) PC mit Anti-Viren Programm:

Der Provider untersucht den Internet Traffic, das heißt er schützt nicht vor Viren, die Schaden auf der eigenen Festplatte (Dateien löschen, Dateien verschlüsseln und Geld für das Passwort verlangen etc.) oder im lokalen Netzwerk verursachen.

Außerdem kann es gut sein, dass die Daten, die das Botnetz sendet, nicht als solche erkannt werden. Schließlich gelingt es p2p-Programmen auch ihren Traffic so zu verschlüsseln, dass dieser schwer erkannt werden kann (Wikipedia). Eine Anti-Viren-Software hat da schon mehr Möglichkeiten (wobei diese auch nicht perfekt arbeiten).

Wenn man dann mal vom Provider darüber benachrichtigt werden sollte, dass sich ein Virus auf dem PC befindet, ist es schon zu spät. Denn das Ziel ist ja die Viren gar nicht erst zu installieren.

Quellen: blog.osuv.de, heise

Jetzt auch bei Twitter!

Das zweiter Update für den languages Abschnitt der Navigation auf der rechten Seite ist nun fertig; ein Twitter Icon. Das erste Update war übrigens das Symbol mit dem Briefumschlag, über den es dank feedmyinbox möglich ist die neuen Artikel via E-Mail (es soll tatsächlich Leute geben, denen das lieber ist als einen Feed-Reader zu nutzen…)  zu lesen. Aber im Gegensatz zu dieser eher simplen Änderung, die ja wirklich nur aus einem Link und einem Bild besteht, forderte die jüngste doch mehr Aufwand. Zwei Twitter Accounts sowie einen Account bei RSS2Twitter.com als Kleber zwischen den Protokollen sorgen dafür, dass die Sache läuft.

Wie man nicht Informatik unterrichten sollte

Bis vor kurzem hätte ich zwecks mangelnder Erfahrung nicht gedacht, dass IT besonders langweilig sein kann. Doch ich lag falsch, wie es sich zeigen sollte.

Als erstes gab es zwei Vorbereitungsstunden, die in einem Raum stattfanden, welcher nicht mit Computern ausgerüstet war. Es wird wohl erst mal lange Zeit um das Thema Tabellenkalkulationsprogramm nutzen gehen, weshalb der Lehrer erklärt hat, wie denn die Tabellen aufgebaut sind, wie man Formeln in die Zellen schreibt und was absolute und relative Adressierungen sind (das mit $A$1 bzw. A1). Es ist tatsächlich möglich damit neunzig Minuten zu füllen, wobei jeder, der zumindest einen Computer von Weitem schon einmal gesehen hat, selbige Informationen durch eine Demonstration an einem solchen Gerät in sagen wir mal maximal 20 Minuten aufnehmen kann. Denn dann braucht man sich nicht alles selbst vorstellen, sondern sieht direkt wie es funktioniert. Stichwort: praxisnah.

Aber genug davon, war halt vom Stundenplan her nicht anders zu organisieren, dachte ich mir und so freute ich mich schon auf die nächste Doppelstunde. Es fing auch ganz gut an – wir bekamen ein Arbeitsblatt mit einem mathematischen Problem, dass sich leicht in Excel, das Tabellenkalkulationsprogramm, welches in diesem Raum installiert ist,  lösen ließe. So weit so gut. PC anmachen, ein bisschen herumprobieren und innerhalb von ein paar Minuten dann das Problem gelöst haben, den Anderen ein bisschen helfen, nächste Aufgabe? Pustekuchen.

Viel mehr begann der Lehrer dann damit eine Tabelle an die Tafel zu zeichnen und uns nach Formeln zu befragen, wie man nun jenes Problem lösen könnte. Das ging so weit, bis detailgenau jeder einzelne Mausklick besprochen wurde und alle benötigten (es waren eh nur zwei oder drei) Formeln in Excel Syntax an der Tafel standen. Das beste ist, dass unangekündigte Tests auch so ablaufen werden – ohne Computer, einfach alles schriftlich auf ein Blatt schreiben. Und wehe es ist etwas falsch! Dann gibts keine Punkte, also besser Rechenweg auch noch dazuschreiben. Was? Haben wir jetzt doch Mathe oder Physik?

Fünfzehn Minuten vor Schluss durften wir dann die Rechner booten und den Kram in Excel eintragen. In dem relativ langsamen Schulnetzwerk dauert das Hochfahren einer solchen Maschine schon an die fünf Minuten, das macht dann praktisch zehn Minuten stupides von-der-Tafel-in-den-PC-eingeben. Toller IT Unterricht.

Angenommen es würde um irgendetwas kompliziertes gehen, wie das lernen von C++ oder so, dann würde ich ja verstehen, dass man alles vorerst an der Tafel macht. Aber doch nicht bei Excel! Das funktioniert intuitiv, da ist man wirklich schneller, wenn man es einfach ausprobiert, bis es passt. Das läuft in der Praxis doch auch so ab, da wird nicht erst >60 Minuten Brainstorming durchgeführt!

Ich bin tatsächlich ganz froh, dass ich nur zwei Stunden von dieser Sorte von Informatik in der Woche habe.

Blogreview: „TrotzDem!“

Trotzkist, so nennt sich der Autor des TrotzDem! Weblogs, den ich in letzter Zeit abonniert hatte.

Doch zunächst der Anfang. Trotzkist hatte bei dem Artikel, in dem ich für die Bundestagswahl ‘09 die Piraten empfohlen habe, einen Kommentar hinterlassen. Schnell wird einem klar, dass er die Partei nicht mag und auch ein valides Argument aufzählen kann – kein volles Parteiprogramm! Das finde ich persönlich auch nicht gut, aber da es eh nicht zu erwarten war, dass die Partei mehr als die Opposition aus der Wahl herausholen kann und man an erster Stelle Bekanntheit haben wollte, empfahl ich die Piraten dennoch.

In den Kommentaren verlinkte er auch auf seinen Blog, der ausführlichere und viel unsachlichere Piratenbashings enthält, wie zum Beispiel (zweiter Link):

Wer auf einer Plattform wie dieser negativ über die Piratenpartei spricht, merkt schnell, wie seine Kommentarfunktion für billigstes Wahlkampfgewäsch benutzt wird, und gehaltloser Piratenspam die Diskussion erstickt.

Diese Partei, die behauptet, sie sei an offener Diskussion interessiert, versucht dabei, durch immergleiche Floskeln, die Diskussion zu manipulieren, wie das auch von den Nazis seit einiger Zeit praktiziert wird, so soll Kritik im Keime erstickt, die Blogs „geentert“ werden.

Ein Vorurteil nach dem anderen, auch der Nazivergleich darf nicht fehlen. Und guess what – nach diesem Vorspann findet man eine Liste immergleicher Floskeln, mit denen man mehr oder weniger Piraten trollen kann. Wie gesagt, an dem Punkt mit dem Vollprogramm ist was dran, aber zum Beispiel dieser hier ist Quark:

5. Die Piratenpartei ist für den Diskurs um diese Bürgerrechte notwendig:

Fakt ist, dass diejenigen Aktivisten, die sich nun in der Piratenpartei engagieren, in anderen Parteien fehlen. So wird diese Klientelpartei, deren Einzug in den Bundestag mehr als zweifelhaft ist, den notwendigen Diskurs in anderen Parteien behindern, indem sie das notwendige Personal aus diesen herauszieht.

Die Leute, die die Partei wechseln, tun dies, weil sie ihre Ideologie nicht (mehr) mit der Partei vereinbaren können. Soll man jetzt etwa darauf verzichten, nur um genug Personal zu halten?

Die spitze des Eisbergs und somit die eigentliche Motivation diesen Artikel hier (an dem ich jetzt schon etwas länger schreibe) zu verfassen, stellt aber Trotzkists Umfrage und vor allem -auswertung zur Bundestagswahl ‘09 dar. Da eigentlich alles davon wichtig ist, hier ein Vollzitat:

Erstaunlich ist es schon, dass Ergebnis der repräsentativen Umfrage unter den Lesern dieses Blogs, hier also die Auflösung.

„Wenn am 27. September Bundestagswahl waere – wen wuerdest du waehlen?“ wurde gefragt, das Ergebnis einen Tag vor der Wahl entspricht dabei in zumindest einer Hinsicht ungefähr dem vorhergesagten: Etwa 61% der abgegebenen Stimmen entfallen auf die fünf „großen“ Parteien, der Rest dagegen fällt deutlich aus dem Rahmen:

Buendnis90/Die Gruenen erhalten demnach etwa 13%. die CDU/CSU nur schlappe 2%, ebenso wie die FDP, auch die SPD liegt mit 12% noch hinter den Grünen, Die LINKE ist deutlicher Wahlsieger mit ganzen 32% also knapp jedem dritten Wähler. Leider erlaubte die Fragestellung keine genauere Aufschlüsselung der übrigen Wähler, so dass über diese 38% nur spekuliert werden kann.
Auf Nichtwähler und Sonstige entfallen also 38%, zieht man hiervon die rund 25% vorhergesehenen Nichtwähler ab, bleiben vermutlich etwa 13% für die Sonstigen; nimmt man nun etwa 5-8% für andere Splitterparteien, könnte die NPD ebenfalls mit etwa 5-8% rechnen und wäre so wohl deutlich im Bundestag vertreten.

Mein Aufruf geht darum an alle Demokraten da draußen: Lasst nicht zu, dass die NPD in den Bundestag einzieht! Geht Wählen, nur so können wir dieses Pack heraushalten!

Ich habe nicht alle Beiträge in dem Blog gelesen, aber dieser sticht einfach ins Auge. Es ist nicht erstaunlich, dass die Linke auf diesem Blog, der die Linke empfiehlt, den ersten Platz einnimmt, gerade wenn man nur fünf Parteien (Grüne, CDU/CSU, FDP, SPD, Linke) aufzählt und Wähler anderer Parteien mit Nichtwählern gleichsetzt. Das beste ist, dass dann im Nachhinein einfach wild spekuliert wird, was denn die Nichtwähler/andere Parteien-Stimmen genau aussagen sollen. Nein, die NPD wird auch hier nicht vergessen.

Dass diese Umfrage also manipuliert ist sollte der Leser spätestens jetzt erkennen. Entsprechend habe ich auch auf dem Blog kommentiert, worauf mir dann prompt vorgeworfen wurde, dass ich den Sinn des Artikels nicht verstanden hätte.

Die Kritik ist sachlich, ja, leider zeugt sie trotzdem von völligem Unverstand.

Ich habe die Piraten nicht „zur Sicherheit mal nicht mit auf die Liste genommen“, sondern schon aus Prinzip, und natürlich ist sie nicht repräsentativ, deshalb aber noch lange nicht nutzlos.

Sie hat gleich zwei Ziel/Gründe; das/der erste, den Piraten zu zeigen, dass all die Umfragen, die sie so anführen von diversen Internetseiten ebenso nicht repräsentativ sind, sich auf sie zu stützen, weil die Piraten dort (erwartbarerweise) vorn liegen, von völliger Idiotie zeugt, wenn sie gleichzeitig hier feststellen, dass sie das nicht repräsentativ für die ganze Gesellschaft ist; das/der zweite ist pure Manipulation: zu zeigen, wie sinnlos Umfragen generell sind, wenn 1000-2000 Leute „stellvertretend“ für alle wählen und wie leicht man solche Umfragen selbst manipulieren kann; genau deshalb habe ich die Frage gestellt, wie ich sie gestellt habe; ich habe die Piraten auf ihre Bedeutung für die Gesamtgesellschaft zurückgedrängt, obwohl ich natürlich wusste, dass alle Piraten tagtäglich im Netz unterwegs sind, um zu trollen und die diversen Umfragen entsprechend zu „entern“. ;)

Insofern stimmt es wohl doch, es war Piraten-spam, weil du im Gegensatz zu den meisten Lesern (sonst gäbe es ja wohl mehr Aufschreie) den Sinn dieser Sonntagsfrage gar nicht verstanden und sie ernstgenommen hast.

Was haben wir hier? Der Brocken ist schon sehr schwer zu lesen, da der dicke Absatz in der Mitte aus nur zwei Sätzen besteht, also mal Stück für Stück:

Zum ersten Ziel: (Den Piraten) zeigen, dass Internetumfragen nicht repräsentativ für die gesamte Gesellschaft sind.

Komisch, davon konnte man aber nichts in der Auswertung lesen, es ist also überhaupt nicht nachvollziehbar für den Leser. Wir können auch keine Gedanken lesen. Abgesehen davon ließe sich das viel eleganter gestalten; man braucht doch nur ein paar Wahlumfragen aus dem Internet ergooglen und diese dann mit Umfragen aus anderen Medien (die man per Bild- oder Video Upload bereitstellt) vergleichen. Dieses Ziel wurde also deutlich verfehlt.

Das zweite Ziel: Pure Manipulation; zeigen, wie sinnlos Umfragen generell sind, wenn 1000-2000 Leute „stellvertretend“ für alle wählen und wie leicht man solche Umfragen selbst manipulieren kann.

Um den Unterschied deutlich zu machen: Das erste bezog sich wohl auf das Internet, das zweite darauf, dass Umfragen, an denen 1000-2000 Leute teilnehmen, nicht repräsentativ sind.

Wiederrum gilt es zu bemängeln, dass dieses Vorhaben nicht in der Auswertung genannt wurde und somit nicht nachvollziehbar für den Leser ist. Wir können immer noch keine Gedanken lesen, wirklich! Auch hier wäre es effektiver Wahlumfragen mit den tatsächlichen Wahlen zu vergleichen. Noch eine manipulierte Umfrage beweist gar nichts. Ziel weit verfehlt.

Gegen Ende seines Kommentars finden sich dann noch die übliche Behauptungen – Piraten würden nur spammen  sowie trollen (und dabei bin ich doch gar kein Mitglied der Piratenpartei!) – alles klar.

Richtig krass wird es nochmal im letzten Absatz. Ich habe im Gegensatz zu den meisten Lesern den Sinn dieser Umfrage nicht verstanden, heißt es, und sie ernstgenommen. Begründung: Sonst hätten sich noch mehr Leser beschwert.

Ja glaubt er denn ganz Deutschland liest seinen Blog? Den Blog, der noch keinen ganzen Monat existiert?

Diese sogenannten anderen Leser, falls sie existieren, haben entweder keine Lust gehabt zu kommentieren, den Post nicht gelesen oder telepathische Fähigkeiten, durch die sie die Gedanken des Autors verstanden haben. Denn aus dem Text geht nicht hervor, wozu die Umfrage gut sein soll, ganz und gar nicht!

Warum mache ich mir überhaupt die Mühe einen mit Zitaten über immerhin tausend Wörter langen Artikel über diesen Blog zu schreiben? Mich hat es tierisch aufgeregt, dass ich einen sehr ausführlichen Kommentar verfasst habe auf eben jenen Kommentar von Trotzkist zu dem Artikel mit der Umfrageauswertung und dieser einfach so nicht freigeschaltet wurde. Weiterhin wollen wir doch alle aus schlechten Beispielen lernen – und dafür ist dieser Blog ein sehr gutes Beispiel.

Geh’ wählen!

An diesem Sonntag, den 27. September 2009, sind die Bundestagswahlen. Sofern es dir erlaubt ist zu wählen, mach dies auch. Wir leben in einer Demokratie, und eine solche funktioniert eben nur, wenn die Bürger den Weg zu den Wahllokalen auf sich nehmen und ein Kreuz bei der/den Partei(en) setzen, durch die sie sich am ehesten vertreten fühlen. Jede einzelne Stimme ist wichtig, also geh’ wählen!

Noch unentschlossen? Schau dir alle in Frage kommenden Parteiprogramme noch einmal an, vergiss auch die Piraten nicht, und entscheide dann welches Wahlprogramm sich mit deiner Meinung am ehesten deckt.

Falls du selbst Administrator einer Internetseite bist, könntest du auch auf die Wahl verweisen und diese am Sonntag für eine Stunde abschalten. Auf server-abschalten.de (via gulli) wurde eine entsprechende Aktion gestartet, bei der man sich auch eintragen kann und unter anderem counter-strike.de mitmacht. Da mir wordpress.com nicht gehört, ist es mir nicht möglich letzteres für meinen Blog zu machen.

Prügelei auf der „Freiheit statt Angst“ Demo (Update)

Seit gestern macht ein 720p Video des Chaos Computer Club in den Medien die Runde, das zeigt wie ein Polizist einen Radfahrer mit blauem T-Shirt auf der Demonstration verprügelt, der sich anscheinend nur friedlich verhält.

Fefe hat später noch auf ein weiteres Video verlinkt, das die Vorgeschichte zeigt. Hier fordert der Radfahrer die Dienstnummer des Polizisten und behauptet, dass es sich um Körperverletzung (also schon davor) handeln würde. Daraufhin scheint er sich mit dem Polizisten, der auf den Gehweg zeigt, zu Unterhalten und etwas aufzuschreiben. Man hört auch jemanden „Sie verlassen jetzt die Straße“ rufen. Das Video ist zu Ende. Weiter geht es auf dem Video, das schon die Runde gemacht hat (youtube, entwackelt), auf dem sich die ersten paar Sekunden überschneiden. Als der Radfahrer sein Fahrrad in die andere Richtung schiebt, läuft ihm der Polizist hinterher. Der Herr im blauen Shirt ruft daraufhin „Was soll das denn?“, worauf er vom Polizist nicht gerade sanft in eine Gruppe von Polizisten zurückgezogen wird. Einer von den Polizisten schlägt dann mehrfach auf ihn und eine weitere Person ein. Die Polizisten halten ihn danach fest, gehen ein paar Schritte weg und drücken ihn auf den Boden. Dann sieht man die zweite Person, die verprügelt wurde mit blutender Nase direkt vor der Kamera. Schlussendlich unterhält sich dieser mit der Person, die das Video filmt und noch auf die Autokennzeichen zoomt, die man bei der hochauflösenden Qualität natürlich prima erkennen kann.

Hier war Gewalt völlig unangebracht! Ich finde das sehr schockierend und hätte nicht gedacht, dass die Polizei heutzutage noch Schlägereien anfängt. Wenn man von Schlägereien mit der Polizei auf Demonstrationen hört, dann geht man ja meistens davon aus, dass die Demonstranten angefangen haben. Fuck Police Brutality!

Hier nochmal der Link zu Fefe, bei dem man auch (ständig aktualisiert) lesen kann, welche (Mainstream-)Medien über den Vorfall berichten.

Der CCC fordert nun bundeseinheitliche Nummernschilder für Polizisten sowie regelmäßige psychologische Überprüfung von Polizisten, die in direkten körperlichen Kontakt mit Demonstranten kommen. Problem hierbei ist aber, dass die Polizei sich natürlich vor Racheakten schützen will, wie auch gulli schreibt.

Update dazu: Fefe beschreibt konstruktiv, wie man dieses Dilemma lösen könnte:

Auf den Namen der Beamten bestehen wir nicht. Das kann eine Nummer sein, die nur vor Gericht zugeordnet werden kann. Und vor allem kann man eine neue Nummer für einen Beamten vergeben, wenn die Zuordnung rauskommt. Oder man vergibt die Nummern pro Einsatz neu. Wir sind da nicht dogmatisch. Wir wollen nur eine Möglichkeit haben, wie man einen Prügelpolizisten auf einem verwackelten Foto von einer Demo im Zwielicht mit Helm trotzdem erkennen kann, wenn man ihm vor Gericht etwas anlasten will.

Wahlempfehlung für die Bundestagswahl ‘09

Dieser Blog ist generell unabhängig von allen Parteien, da diese ihre Ziele ja bekanntlich oft einfach ändern.

Allerdings würde ich für die Bundestagswahl, die in siebzehn Tagen, also am 27. September stattfindet, die Piraten empfehlen.

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass der Leser die Piraten Partei noch nicht kennt, sollte er sich mit den Wahlzielen auseinandersetzen und sich eine eigene Meinung davon bilden. Ich persönlich finde die Wahlziele super und hoffe, dass die Partei größer wird und dabei trotzdem so offen und Lobbyismus-Resistent bleibt, wie sie ist.

Festival: Rocco del Schlacko 2009

Seit Donnerstag waren ADI64, Nico und ich auf Rocco del Schlacko, das ist ein Festival irgendwo bei Saarbrücken in der Nähe. Da Adrian schon einen durchaus langen Blogpost hingelegt hat, mache ich es mir einfach und zitiere, kommentiere und vervollständige seinen aus meiner Sicht (Nein, dadurch wird er nicht kürzer). Alles in eckigen Klammern innerhalb der Zitate stammt von mir.

Donnerstag

Nico aus meiner Klasse, ein Freund von etwas weiter her [hier] und ich [Adrian] kamen in Herchenberg an. Nach allgemeiner Verwirrung durch die undurchsichtige Beschilderung (Das “No Way” Schild galt nur für die Autofahrer, Fußgänger sollten diesen Weg nehmen) ging es eine knappe Stunde durch den Wald bei strömendem Regen, wobei die Vorfreude angesichts des Wetters etwas nachlies.

Neben dem Wetter lag es einfach an meiner unpraktischen Tasche, die fast nur ein Zelt beinhaltete und verdammt schwer war. Um die Schulter schnallen konnte man diese im Gegensatz zu der Tasche vom Adi auch nicht (wobei ich am Sonntag dann einfach meinen Gürtel rangeknotet habe, mit dem es dann ging). Nico hatte einen gescheiten Koffer mit Rollen, Adi und Nico hatten jeweils noch einen Rucksack.

Das Einchecken und Bändchendrücken funktionierte reibungslos. Beim Anblick des Campingplatzes waren wir erstmal sprachlos: Für uns Festivalneulinge sah es schon am Tag vor dem eigentlichen Festival eher wie eine Kleinstadt aus, in der Anarchie herrschte. In der Partyarea ging am Abend schon die Aftershow-Party ab für Alle, die es nicht mehr abwarten konnten oder vom Schleppen des Gepäcks durch den Matsch noch nicht genug gebeutelt waren.

Kleinstadt kommt hin, wenn auch sehr dicht besiedelt (Freitag kamen noch mehr Zelte dazu). Aber dass da Anarchie herrschte, würde ich nicht sagen. Schließlich gab es sehr wohl Regeln, die ja teilweise auch eingehalten wurden. Donnerstag war der einzige Tag, an dem sich die Partyarea gelohnt hatte, an den anderen Tagen waren wir alle von den Konzerten schon genug fertig (die dauerten ja auch ca. acht Stunden pro Tag). Leider konnte man am Donnerstag keine Ohrstöpsel kaufen (unter dem Redbull-Zelt, bei dem die Musik lief, war es auch schon sehr laut meiner Meinung nach), das ging nur auf dem Festivalgelände an den folgenden Tagen. Dennoch ging es da gut ab.

Freitag

Vor dem Festival liefen wir nach Schwarzenholz, um unsere Vorräte zu füllen. Der Edeka hatte alles, was wir brauchten, aber scheinbar wurden extra für das Festival neue Preise eingeführt. Bis Mittags war der Boden halbwegs getrocknet, was Hoffnungen auf ein schlammfreies Konzert aufstiegen ließ.

Das mit den Preisen war aber keine Überraschung, viel mehr hatte uns ein gewisser Patrick am Donnerstag in einer Döner-Bude davor gewarnt und uns empfohlen in einen Rewe/Lidl(?) in Püttlingen(?) zu gehen, was wir dann auch gemacht haben. Aber allzuviel hatten wir dann doch nicht gekauft, weil wir schon genug zu tragen hatten. Schlammfrei war das Konzertgelände dann auch im Gegensatz zum Campingplatz, wo man sich am Freitag noch gut die Schuhe dreckig machen konnte.

Essen und Trinken gab es nur in der Festivalwährung, den Rocco-Coins (1 RC = 1,10€). Auf allen Getränken (1-3 RC) war 1 RC Pfand, was dazu führte, das zahlreiche Pfandjäger auf der Lauer nach stehen gelassenen Bechern waren. Nico hat im Laufe der beiden Tage über 20 Becher gefunden und eingetauscht! Eigene Getränke durften nicht mitgebracht werden und Flaschen zum Wiederverschließen gab es auch nicht. Die Getränke waren also nicht so recht festivaltauglich.

Wichtig ist hier auch noch, dass in einem Becher Cola (3 RC) sowie in einem solchen mit Wasser (2 RC) nicht mehr als 0,2 L drin waren. Also fast Garnichts.

Das Konzert eröffneten Tuned. Obwohl keiner die Songs kannte, konnte man in der Regel nach dem ersten Refrain gut mitsingen, die Stimmung war gut.

Danach kamen Stakeout, die vollmundig behaupteten, der beste Act auf dem Festival zu sein. Ich finde sie nahmen den Mund etwas sehr voll, weil ihre Performance mich nicht überzeugen konnte, unter anderem weil der Sänge ein paar Songs ablesen musste.

Tuned fand ich auch nicht schlecht, denn der Sänger hat gut angedeutet, wann man den Refrain singen muss und so war das kein Problem. Bei Stakeout fand ich zuviel Auswahl sowie ein Cover von Beds are Burning im Gegensatz zu ihren anderen Liedern ganz gut.

„Es hätte ein schöner Nachmittag werden können, aber es war Stakeout.“ (Sänger von Stakeout)

Daran reihte sich Muff Potter, die eines der letzten Konzerte vor ihrer Auflösung gaben. Ein paar Songs waren ganz gut, aber ansonsten war es eher weniger mein Fall.

Um 18:30 gab sich Samy Deluxe die Ehre und heizte den HipHop-Fans gut ein. Ich kann dazu wenig sagen, aber Nico fand es super und meinte, es wäre ein super Auftritt mit neuen und den besten älteren Songs. Das Einzige was ich dazu sagen kann: Der Gitarrist war sehr cool ;)

Nach Samy kamen Anti-Flag und rockten die Bude mit wenig neuen [genau ein Lied], dafür aber umso mehr geilen Klassikern, dass man auch gut mitgröhlen konnte. Hier verweise ich zB auf das “wooooohoooooaaahoooooo” aus Cities Burn oder den Clash-Song Should I Stay Or Should I Go, die beide sehr gut abgingen :D
Daneben kam noch eine kurze Ansprache zur Weltwirtschaftskrise und den anhaltenden Bonuszahlungen an Banker und Investoren, die das System überhaupt erst an die Wand fuhren. Weiterhin gab es einen fetten Circlepit unter der Vorraussetzung, die Hingefallenen wieder aufzuheben, auch wenn das selbstverständlich war.
Wo wir gerade dabei sind: Die Pogos sahen am Anfang schon sehr arg aus, aber wenn jemand hinfällt oder nicht mehr kann, wird ihm sofort geholfen. Der Teamgeist und die Rücksicht (abgesehen von ein paar Einzelexemplaren die besoffen einfach nur Krawall schieben) sind echt faszinierend!

Damit man sich das auch gut vorstellen kann, hier mal Live Videos von Muff Potter sowie Samy Deluxe. Bei Anti-Flag hatte ich das schöne Gefühl bekommen das richtige Bandshirt angezogen zu haben, einfach nur großartig! Ein googlen auf YouTube brachte ein paar Videos in beachtlich guter Qualität hervor, zum Beispiel Mind the GATT oder the Smartest Bomb, bei dem dann auch der Circlepit gestartet wurde (zwei weitere Perspektiven weiter weg von der Bühne). Should I Stay or Should I Go habe ich nicht Live von Rocco gefunden, dafür aber einen Mitschnitt der Warped Tour, bei dem auch eine ähnliche Rede über die Wirtschaftskriese zu hören ist (so ab 40 Sekunden). Es war einfach nur verdammt gute Stimmung!

Dann kam der erste Headliner: Rise Against. Am Anfang war ich etwas enttäuscht, weil sie fast nur neue Songs spielten, die nur wenige kannten und somit die Stimmung nicht ganz so super war, wie ich mir das erhofft habe. Allerdings ging es dann mit der Zeit immer weiter bergauf und bei Songs wie Prayer Of The Refugee, Dancing For Rain und Give It All ging dann auf dem Moshpit doch noch eine fette Pogo zu Publikumsgesang ab :D

Anti-Flag hat im Gegensatz zu Rise Against nur einen einzigen neuen Song gespielt, bei Rise waren es fast nur neue bis auf ungefähr vier, schon etwas schade. Hinzu kam, dass die Lyrics etwas komplexer sind und man den Refrain bei den meisten nicht einfach so Live mitsingen kann. Trotzdem war aber gegen Ende eine super Stimmung da, wie man sie in diesem Video von Give it All versucht hat einzufangen. Nach Rise Against konnte ich dann aber einfach nicht mehr stehen und bin dann Richtung Zelt gelaufen – wegen Deichkind war ich ja eigentlich nicht da und umkippen wollte ich auch nicht wirklich, auch wenn ich im Nachhinein gerne dabeigewesen wäre.

Zum guten Schluss kamen dann Deichkind, die das Jahr vorher schonmal auf RdelS waren. Von Deichkind kannte ich nur Remmidemmi und Arbeit Nervt und war auch nicht wirklich begeistert von ihnen, aber da die Show das Jahr zuvor scheinbar echt stark gewesen war, habe ich mir das auch mal angeschaut. Meine anfänglichen Zweifel verflogen schnellstens, da die Jungs echt den krassesten Scheiß auffuhren: Eine Riesenpyramide auf der Bühne, eine Wahnsinns-Lichtshow, Songs zum Mitgröhlen, Crowdsurfen im Schlauchboot mit Kissenschlacht und Trampoline und Hüpfburgen auf der Bühne sorgten für Megastimmung! Dazu hatten sie noch Dreieckshüte mit LEDs, die passend zum Song Ich und Mein Computer abdrehten. Spätestens als Deichkind die Menge fragten “wollt ihr mit uns ans Limit gehen?” gab es kein Halten mehr, das Publikum rastete einfach völlig aus. Was ich erst jetzt im Nachhinein gemerkt habe: In der Live-Version haben sie ihren Song Limit mit Rocker von Alter Ego gemixt. Sorgte auf jeden Fall für noch mehr guten Zunder!

Samstag

Am Morgen fuhren völlig überfrachtete Bus-Shuttles zum nächsten Freibad, damit man sich dort wenigstens duschen konnte. Wir blieben gleich etwas länger und chillten in der Sonne, die an diesem Tag besonders reinknallte.

Letzteres machte sich auch auf dem Festivalgelände bemerkbar. Der Schlamm war dem anderen Extrem gewichen – es staubte gewaltig. Dazu kam das Problem, dass man schlecht aus der Menge heraus kam um etwas zu trinken und man eigentlich gar nicht so viel zahlen konnte wie man trinken musste. Ich habe mir einfach ein Getränk geholt und dann an den Wasserhähnen bei den Klos (die im Gegensatz zu den Dixis auf dem Campingplatz wirkliche Klos mit fließendem Wasser waren) einen auf Free Refill gemacht. ;)

Im Gegensatz zum Bus war das HallenFreibad nicht überfüllt, wie wir erst angenommen hatten. Dafür konnte man in einem Großen Becken und noch einem kleineren für Kinder lustig rumschwimmen (wobei wir nur im ersten waren), eine Wiese gab es natürlich auch. Zumindest ich selbst war dann aber wohl zu lange in der Sonne, wie ich dann Nachts bemerkte und habe leider den Free Refill Trick nicht angewendet, aber dazu später.

Wir übersprangen die ersten drei Konzerte und kamen erst später auf das Konzert, um später noch gut Power für die Headliner zu haben. Daher gibt es an dieser Stelle keine Kommentare zu Kid Chino, Jelly Toast und Baddies.

Der 4. Act war The Kilians, die für gute Laune sorgten und auch ihr Versprechen, sich bei guter Publikumsbeteiligung auszuziehen, einlösten.

Was mich bei Zebrahead erwartete wusste ich nicht, da ich von ihnen noch keine Live-Eindrücke von YouTube o.ä. hatte. Ihre Songs schlugen im Moshpit ein wie eine Bombe und Ansagen wie “[We are all good friends here, so ]if someone falls down, kick him really hard! … Just kidding, pick them up!” sorgten schnell für einen munteren Circlepit in den vorderen Reihen. Ein weiteres Bonbon war die Aufforderung, beim Song Playmate Of The Year statt “whoa, hey!” “whoa, Muschi!” zu rufen :D

Zebrahead aus Orange County, USA übertraf für mich alle Erwartungen. Die Refrains waren einfach mitzusingen, sie haben super Stimmung gemacht und ich habe sogar ein Plektrum (Stück Plastik, mit dem man bei Gitarren-ähnlichen Geräten über die Saiten streicht) gefangen. Diverse Worte und Wörter der deutschen Sprache haben sie wohl noch kurz vor dem Konzert von den Fans gelernt, wie mir Nico („und ich hab dem noch Lutsch meine Eier beigebracht“) und Adrian erzählt haben. Man konnte angeblich am Merchandising Stand für 5€ die neueste CD kaufen und signieren lassen… hätte ich das gewusst, ich hätte eine gekauft. Aber das Plektrum ist auch nicht schlecht. Playmate of the Year war echt der Höhepunkt, wer es noch nicht kennt, hier die Originalversion zum Vergleich.

Den nächsten Act bestritten Enter Shikari, die einen Mix aus Metal und Electro spielten. Ein paar Lieder gingen gut ab, aber es entsprach nicht ganz meinem Geschmack. Am Schluss flog das Handtuch des Sängers in die Menge, um das sich echt 5 Minuten lang gestritten wurde, am Ende waren nur noch Fetzen übrig, von denen Nico einen ergattert hat.

Danach war für die meisten eine Ruhepause angesagt, da Mia. spielte und bei vielen auf Ablehnung stieß, weil die Songs im Gegensatz zu den anderen eher weniger abgingen.

Bei Mia. sollte noch erwähnt werden, dass Adrian sich hier das ganze Konzert lang einen Free Refill nach dem anderen gegeben hat und dadurch gut fit blieb für Farin, während ich an einem Wellenbrecher war und nicht mehr stehen konnte. Da hat er wohl eindeutig die schlauere Wahl getroffen, aber mir war das auch erst nachher klar gewesen, weil das Konzertgelände so riesig war und der Handymast, der das Jahr über nur für eine Hand voll Bauern reichen muss, hoffnungslos überlastet war.

Als Headliner spielte das Farin Urlaub Racing Team, die für mich das absolute Highlight des Festivals waren. Die Songauswahl war super, das Racing Team ging ab wie Schnitzel, ich stand in der dritten Reihe in der Mitte und wir haben einfach nur dermaßen abgefeiert, obwohl nach jeder Pogo so viel Staub aufgewirbelt wurde, dass man für eine Minute lang nicht mehr atmen konnte, ohne Hustattacken zu bekommen. Thoughtcrime [hier] hat leider etwas arg viel Staub abbekommen und musste ins Rote-Kreuz-Zelt.
Die Laolas machten sehr viel Laune, vor allem die Laola, bei dem sich alle um sich selbst drehen mussten und Farin meinte: “Wie langweilig, geht das nicht auch in 4 Sekunden von vorne nach hinten?” :D
Der Song Alle Dasselbe wurde zum Mitmach-Song, bei dem alle die Krähen, das Lachen, den Blitz etc. nachmachen mussten, wie Farin es denn gerne hätte und er sich dann selber beim Singen vor Lachen kaum einkriegte, ähnlich wie beim Song Krieg, bei dem wir nach jedem “Krieg” ein “Juhu!” bringen mussten.
Als die Band sich das erste Mal verabschiedete und alle mehr wollten, meinte Farin nur “ihr müsst doch eh nur zwei Mal Zugabe rufen dann komm ich wieder, ihr kennt mich doch!” :D
Und wie versprochen gab es dann auch noch eine fette Zugabe, unter anderem mit Insel, Trotzdem und einer geänderten Version von Zehn, bei der es bei der Pogo hieß: “Springen, springen, springen – stehen bleiben – springen, springen, auf die Fresse fallen!” und damit als Abschluss noch einmal eine dicke Pogo einläutete.

Bevor FU** los ging, hatten Adrian und ich uns nochmal gefunden (Nico verloren wir irgendwie immer ziemlich schnell aus den Augen), und irgendwann ging es dann auch los. Super Stimmung von Anfang an („Seid ihr willenlos? [...] Könnt ihr es beweisen? [...] Macht mal eine Laola-Welle[...]„), aber viel zu viel verdammter Staub in der Luft. Letzterer zwang mich dann erneut Prioritäten zu setzen und deshalb bin ich während er Krieg spielte immer weiter weg von der Bühne gegangen (anfangs waren wir in der dritten Reihe vorne) und dann später vom Getränkestand zum DRK-Zelt gelaufen. Nico war so freundlich mich dann als das Racing Team fertig war abzuholen und darauf sind wir dann zu den Zelten gegangen.

Zu Sonntag hat ADI garnichts gebloggt, was vielleicht auch daran liegt, dass nicht viel passiert ist. Im Gegenteil, wir hatten die Züge etwas viel zu spät gebucht (Uhrzeit ist hier gemeint), da wir dank einem Taxi schon um ca. 13:00 am Bahnhof in Völklingen standen. Bis nach Saarbrücken ging es dann mit meinem Ticket, der Rest war aber zeitlich gebunden. Dafür gab es aber genug Zeit nochmal über das Festival und die besten Momente nachzudenken, die ich dann nutzen konnte – und schließlich bin ich dann nach Hause gefahren.

Heute (Montag) war dann erstmal ausschlafen angesagt und sich die Zeit nehmen, zeitversetzt mit Adi darüber zu bloggen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Es war super und ich würde das jeder Zeit wieder machen, wenn auch nicht ganz so wie es gelaufen ist.

Update: Trayzard hat auf Firefly auch noch einiges geschrieben, vor allem zu Samy Deluxe, Rise Against, Zebrahead und Enter Shikari.

Zensur-Gesetz wird auf die lange Bank geschoben?

Eigentlich mag ich diese im schlechten Bild-Stil gehaltenen Überschriften mit dem Fragezeichen am Ende ja gar nicht. Schließlich kann man da ja alles behaupten und dann im letzten Satz schreiben, dass es nicht stimmt. Dennoch verwende ich hier ein solches, ich habe nämlich selbst wenig Ahnung, was Guttenberg’s Aktion im Zusammenhang mit dem Gesetz für Auswirkungen haben wird. Die Süddeutsche hat angefangen:

Das umstrittene Gesetz gegen Kinderpornographie im Internet, das vom Bundestag und vom Bundesrat schon verabschiedet worden ist, steht womöglich wegen ablaufender Fristen und subtiler Trickserei des Bundeswirtschaftsministeriums vor dem Scheitern. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte am Dienstag der Süddeutschen Zeitung, dass das Gesetz nicht, wie üblich, zur Ausfertigung an den Bundespräsidenten, sondern zunächst wegen europarechtlicher Vorgaben „zur Notifizierung“ an die EU-Kommission weitergeleitet worden sei.

Damit soll die Kommission in Brüssel nach den sogenannten Transparenz-Richtlinien Kenntnis vom Gesetz erlangen und gegebenenfalls Stellung nehmen können. Laut Wirtschaftsministerium läuft diese Frist zur Stellungnahme bis 8. Oktober.

Dann freilich ist die Legislaturperiode des Bundestags abgelaufen: Das Gesetz verfällt womöglich der Diskontinuität. Der ganze Gesetzgebungsprozess müsste im neuen Bundestag völlig neu beginnen. Diese Frage ist allerdings umstritten.

In kurz: Er versucht anscheinend absichtlich das Gesetz zu verhindern. Wie die SZ schon andeutet, ist nicht gesagt, dass von rechtlicher Seite auch funktioniert – eher im Gegenteil meint der Lawblog dazu:

Was Prantl in der SZ zum Thema Diskontinuität verzapft wird in der staatsrechtlichen Literatur praktisch nicht vertreten und weshalb zu Guttenberg von der Leyen – mitten im Wahlkampf – ärgern sollte, erschließt sich mir beim besten Willen nicht.

Da das Ganze also noch sehr unklar ist, würde ich erstmal nicht empfehlen sich groß Hoffnung zu machen. Wer will kann sich an dieser Stelle noch diverse Verschwörungstheorien durchlesen, wie etwa bei Fefe, Lawblog und Netzpolitik. Die passenden gulli:news sind noch relativ nüchtern, während man – wie bei den anderen genannten Blogs auch – in den Kommentaren natürlich schon zum wilden spekulieren anfängt.

Von der Leyen will Zensur ausweiten

„Doch wir werden weiter Diskussionen führen, wie wir Meinungsfreiheit, Demokratie und Menschenwürde im Internet im richtigen Maß erhalten. Sonst droht das großartige Internet ein rechtsfreier Chaosraum zu werden, in dem man hemmungslos mobben, beleidigen und betrügen kann.“

Quelle: abendblatt.de

Firebird77 hat das auf gulli wirklich gut kommentiert und ich bin voll seiner Meinung. Löschen statt verstecken, das Internet ist doch kein rechtsfreier Raum!

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